Mönchspfeffer
Vitex agnus-castus, L. Verbenaceae
Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) ist eine strauchartige Pflanze aus der Familie der Verbenaceae, die aus den Regionen Griechenlands und Italiens stammt und dort bereits seit der Antike als Heilpflanze verwendet wird. Die Stängel des Mönchspfeffers sind vierkantig, geringelt und hellgrün, während die länglichen Blätter an langen Blattstielen sitzen und handförmig in 5–7 Fiederblättchen geteilt sind. Die kleinen violetten oder rosafarbenen Blüten sind zu langen, unterbrochenen Blütenständen angeordnet. Die Frucht des Mönchspfeffers ist eine kleine rötlich-schwarze Beere, die zu Beginn des Herbstes geerntet wird und in Aussehen und Geschmack an Pfeffer erinnert.
Der arzneilich verwendete Pflanzenteil ist die Frucht, die reich an zahlreichen pharmakologisch wirksamen Inhaltsstoffen ist, darunter vor allem: Flavonoide (Kastizin, C-Heteroside, Panduletin), Iridoide (Aucubosid und Agnusid), Diterpene (Rotundifuran, Vitexilacton), Alkaloide (Viticin), ätherisches Öl (reich an Eukalyptol, Sabinen und Farnesen), Steroide sowie fettes Öl.
Zahlreiche Studien haben bestätigt, dass die Frucht des Mönchspfeffers einen positiven Einfluss auf die Regulation des Menstruationszyklus hat und zur Linderung der Symptome des prämenstruellen Syndroms (PMS) sowie der Beschwerden der Menopause beiträgt. Die Frucht des Mönchspfeffers wird in der angloamerikanischen und europäischen Praxis bei einer Vielzahl weiblicher, reproduktiver Beschwerden eingesetzt.
Untersuchungen haben gezeigt, dass die Frucht des Mönchspfeffers bei der Behandlung des prämenstruellen Syndroms deutlich bessere Effekte erzielt als die Kombination aus Magnesium und Vitamin B6, was auf ihre starke krampflösende Wirkung zurückzuführen ist. Bei der prämenstruellen dysphorischen Störung zeigte eine Studie, dass Mönchspfeffer hinsichtlich der Symptomlinderung mit dem Arzneimittel Fluoxetin vergleichbar ist. Darüber hinaus wurde nachgewiesen, dass er einen günstigen Einfluss auf den Prolaktinspiegel hat und daher bei latenter Hyperprolaktinämie empfohlen werden kann.
Der Wirkmechanismus der aktiven Inhaltsstoffe beruht auf ihrem hemmenden Effekt auf dopaminerge und opioide Rezeptoren. Die Hemmung der dopaminergen Rezeptoren trägt zur Regulation der Prolaktinsekretion bei, insbesondere in der prämenstruellen Phase, da die Hyperprolaktinämie eine der Hauptursachen für das Auftreten von Symptomen des prämenstruellen Syndroms (PMS) ist. Pathologisch erhöhte Prolaktinspiegel treten auch bei der Parkinson-Krankheit auf, weshalb Mönchspfeffer auch in diesem Fall zur Linderung der Symptome eingesetzt werden kann.
Bei Menstruationsbeschwerden, Nervosität, dem Auftreten von Akne sowie unangenehmen Symptomen im Zusammenhang mit dem prämenstruellen Syndrom – wie Unterbauchschmerzen, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit und Brustschmerzen – gilt Mönchspfeffer als zuverlässige Option zur Symptomlinderung. Er wird in allen Lebensphasen empfohlen, in denen der Menstruationszyklus unregelmäßig ist.
Die EMA (Europäische Arzneimittel-Agentur) erkennt die Frucht des Mönchspfeffers als traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Linderung leichter Symptome des prämenstruellen Syndroms an. Diese Bewertung basiert auf der langjährigen Anwendung der Pflanze.
Die einzige Gegenanzeige für die Anwendung der Mönchspfefferfrucht ist eine Überempfindlichkeit. Patientinnen und Patienten, die an estrogenabhängigen Krebserkrankungen leiden oder gelitten haben, sollten vor der Anwendung der Frucht von Vitex agnus-castus ihren Arzt konsultieren. Patientinnen und Patienten, die Dopaminagonisten, Dopaminantagonisten oder Estrogene einnehmen, sollten vor der Anwendung der Frucht von Vitex agnus-castus ihren Arzt konsultieren. Die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist aufgrund fehlender ausreichender Daten nicht belegt. Es wird angenommen, dass die Frucht von Vitex agnus-castus auf die Hypophyse und den Hypothalamus wirkt; daher sollten Patientinnen und Patienten mit einer Vorgeschichte von Hypophysenerkrankungen vor der Anwendung einen Arzt konsultieren. Die Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit wird aufgrund fehlender ausreichender Nachweise nicht empfohlen.
