Magnesium
Mg
Magnesium wird über pflanzliche Lebensmittel (Nüsse, Getreide) und Seefisch aufgenommen. Eine signifikante Magnesiumzufuhr wird durch Mineralwasser erreicht, das mehr bioverfügbares Magnesium enthält als pflanzliche Lebensmittel. Der tägliche Bedarf liegt zwischen 50mg für Säuglinge und 300mg für Erwachsene. Während Schwangerschaft und Stillzeit steigt der Bedarf um 150mg.
Wie andere Elektrolyte hat Magnesium vielfältige und komplexe Funktionen im Körper. Sein Wirkmechanismus hängt vom jeweiligen Organsystem und seiner Darreichungsform ab.
Magnesium ist das vierthäufigste Kation im Körper. Der größte Teil des Magnesiums befindet sich intrazellulär; es ist nach Kalium das zweithäufigste intrazelluläre Kation. Magnesium spielt eine wichtige Rolle in über 300 Stoffwechselreaktionen. Dazu gehören die Bindung von Hormonrezeptoren, die Muskelkontraktion, die Nervenaktivität, die Freisetzung von Neurotransmittern, der Gefäßtonus und die Erregbarkeit des Herzens. Es ist für den aktiven Transport von Kalium und Calcium durch die Zellmembran notwendig.
Aufgrund seiner vielfältigen Wirkungen auf den Körper wird Magnesium bei einer Reihe von Erkrankungen eingesetzt. Normale Serummagnesiumwerte liegen zwischen 1,8 und 2,2 mg/dl. Hypomagnesiämie (verminderter Plasmamagnesiumspiegel): Eine Magnesiumkonzentration unter 1,8mg/dl.
Ein Magnesiummangel kann durch unzureichende Zufuhr, verminderte renale oder gastrointestinale Resorption bedingt sein. Risikofaktoren für eine Hypomagnesiämie sind unter anderem gastrointestinale Erkrankungen, chronischer Durchfall, die Einnahme von Protonenpumpenhemmern, Alkoholabhängigkeit und die Anwendung von Diuretika (Schleifen- und Thiaziddiuretika). Häufig tritt eine Hypomagnesiämie zusammen mit niedrigen Werten anderer Elektrolyte auf, wie z. B. Hypokaliämie (verminderter Plasmakaliumspiegel) und Hypokalzämie (verminderter Plasmakalziumspiegel). Bei Patienten mit Hypokaliämie oder Hypokalzämie kann eine Hypomagnesiämie die Ursache sein. Die Symptome einer Hypomagnesiämie korrelieren mit dem Auftreten einer begleitenden Hypokalzämie. Patienten können unspezifische Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Lethargie und Schwäche verspüren, die auf eine Hypomagnesiämie hindeuten können. Schwere Hypomagnesiämie (Magnesiumspiegel unter 1,25mg/dl) kann zu generalisierten tonisch-klonischen Anfällen führen.
Indikationen für die Magnesiumgabe:
1. Eklampsie oder schwere Präeklampsie – Magnesium wird bei schwerer Präeklampsie zur Vorbeugung von Anfällen und bei Eklampsie zur Anfallskontrolle verabreicht;
2. Verstopfung – Magnesium wirkt abführend;
3. Herzrhythmusstörungen – Magnesium wird bei bestimmten Herzrhythmusstörungen empfohlen;
4. Asthma – Magnesium entspannt die glatte Bronchialmuskulatur;
5. Migräne – Hypomagnesiämie wurde bei Migränepatienten festgestellt. Eine Magnesiumsupplementierung ist bei Migränepatienten daher gerechtfertigt;
Es bestehen keine Wechselwirkungen zwischen Magnesiumpräparaten und anderen Medikamenten. Da jedoch verschiedene Medikamente den Magnesiumspiegel erhöhen oder senken können, ist es wichtig, vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln einen Arzt oder Apotheker zu konsultieren. Magnesium kann während der Schwangerschaft und Stillzeit eingenommen werden. Nach aktuellem Kenntnisstand besteht kein Risiko für den Fötus oder Säugling.
Eine übermäßige Magnesiumzufuhr ist jedoch nicht unbedenklich, da sie zu niedrigem Blutdruck, verminderter Reflexaktivität und Atemdepression führen kann.
MAGNESIUMBISGLYCINAT
Magnesiumbisglycinat ist eine chelatierte Form, d. h. Magnesium ist an zwei Glycinmoleküle (eine Aminosäure) gebunden. Diese Form ermöglicht eine extrem gute Absorption im Darm und somit eine deutlich höhere Bioverfügbarkeit als andere Magnesiumformen. Dadurch kann Magnesium gezielt in die Zielgewebe – Muskeln, Knochen und das zentrale Nervensystem – transportiert werden. Aus Glycin (der Aminosäure, an die Magnesium gebunden ist) kann der Körper Glutathion (ein starkes Antioxidans), Kreatin (fördert die Muskelkraft) oder Kollagen (wichtig für Muskelkraft und gesunde Knochen) bilden. Magnesiumbisglycinat von Alivitpharm enthält außerdem Vitamin B6, das die Wirkung von Magnesium verstärkt.
Im Gegensatz zu manchen Magnesiumformen (z. B. Magnesiumoxid, Magnesiumcitrat), die in höheren Dosen Durchfall verursachen können, ist Bisglycinat gut verträglich. Daher eignet es sich ideal für Menschen mit empfindlichem Magen-Darm-Trakt oder Reizdarmsyndrom (RDS).
Diese Magnesiumform ist geeignet für:
– Leistungssportler und Freizeitsportler;
– Menschen, die sich müde und erschöpft fühlen;
– Menschen mit erhöhtem Magnesiumbedarf (z. B. unter starker psychischer Belastung);
– Menschen mit Krämpfen (Magnesium entspannt die Muskulatur);
– Schlafstörungen (Magnesium fördert schnelleres Einschlafen, bessere Schlafqualität, senkt den Cortisolspiegel (Stresshormon) und erhöht die Melatoninkonzentration (Schlafhormon));
Magnesium wirkt zudem antioxidativ, reduziert die Konzentration entzündungsfördernder Zytokine (entzündungshemmende Wirkung) und hat einen positiven Einfluss auf den Lipidstoffwechsel.
Referenzen
- Effects of Magnesium Deficiency on Mechanisms of Insulin Resistance in Type 2 Diabetes: Focusing on the Processes of Insulin Secretion and Signaling
- Serum magnesium, mortality, and cardiovascular disease in chronic kidney disease and end-stage renal disease patients: a systematic review and meta-analysis
- The Association Between Serum Magnesium and Premenstrual Syndrome: a Systematic Review and Meta-Analysis of Observational Studies
- Nutrient Composition Comparison between the Low Saturated Fat Swank Diet for Multiple Sclerosis and Healthy U.S.-Style Eating Pattern
- Magnesium Metabolism and its Disorders
- Current and emerging pharmacotherapy for emergency management of preeclampsia
- Recurrent Torsades with Refractory QT Prolongation in a 54-Year-Old Man
- The efficacy of magnesium oxide and sodium valproate in prevention of migraine headache: a randomized, controlled, double-blind, crossover study
- Magnesium and health outcomes: an umbrella review of systematic reviews and meta-analyses of observational and intervention studies
- Postpartum Magnesium Sulfate Overdose: A Multidisciplinary and Interprofessional Simulation Scenario
